Mittwoch, 24. Juni 2009

Schwarz-Gelb baut Vorsprung aus

FORSA-UMFRAGE
Auch die kämpferische Parteitagsrede ihres Kanzlerkandidaten Steinmeier bringt der SPD keinen Aufschwung: In der aktuellen Forsa-Umfrage liegen die Sozialdemokraten weiter deutlich hinter der CDU. Union und FDP bauen ihren Vorsprung sogar noch aus.
 
Schwarz-Gelb gewinnt in der Wählergunst weiter dazu. In der wöchentlichen Umfrage von "Stern" und RTL stiegen CDU und CSU im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 36 Prozent. Die FDP kommt erneut auf 15 Prozent. Gemeinsam ergäbe sich damit eine absolute Mehrheit von 51 Prozent.
 
Die Sozialdemokraten konnten von dem Sonderparteitag mit der kämpferischen Rede ihres Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier vor anderthalb Wochen kaum profitieren. Die SPD gewann zwar einen Punkt hinzu, liegt mit 22 Prozent aber mit 14 Punkten Abstand weiter deutlich hinter der Union.
 
In der Vorwoche waren die Sozialdemokraten auf 21 Prozent abgesackt - das ist der schlechteste Wert der SPD seit dem Sturz des damaligen Parteichefs Kurt Beck Anfang September 2008.
 
Die Grünen fielen um einen Punkt auf zwölf Prozent, auch die Linkspartei musste einen Punkt abgeben. Sie sackte auf zehn Prozent und würde damit derzeit ihr selbst gestecktes Ziel von "zehn Prozent plus x" verfehlen. Zusammen kommt das linke Lager aus SPD, Grünen und Linkspartei auf 44 Prozent.
 
Könnten die Deutschen ihren Kanzler direkt wählen, würden nur 20 Prozent bei Frank-Walter Steinmeier ihr Kreuz machen - das ist keine Veränderung gegenüber der Vorwoche. Angela Merkel hingegen würden 55 Prozent der Bürger direkt wählen - ein Plus von zwei Punkten. 25 Prozent der Wähler würden für keinen der beiden stimmen.
 
Das Institut befragte vom 15. bis 19. Juni für die Erhebung 2503 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.
 
© SPIEGEL ONLINE 2009

Mittwoch, 17. Juni 2009

Für Billy

Selig sind, die da Leid tragen,

denn sie sollen getröstet werden.

 

Die mit Tränen säen,

werden mit Freuden ernten.

Sie gehen hin und weinen

und tragen edlen Samen,

und kommen mit Freuden

und bringen ihre Garben.

 

Denn alles Fleisch, es ist wie Gras

und alle Herrlichkeit des Menschen

wie des Grases Blumen.

Das Gras ist verdorret

und die Blume abgefallen.

 

So seid nun geduldig, liebe Brüder,

bis auf die Zukunft des Herrn.

Siehe, ein Ackermann wartet

auf die köstliche Frucht der Erde

und ist geduldig darüber,

bis er empfahe den Morgenregen und Abendregen.

So seid geduldig.

 

Aber des Herren Wort bleibet in Ewigkeit.

 

Die Erlöseten des Herrn werden wiederkommen,

und gen Zion kommen mit Jauchzen;

Freude, ewige Freude,

wird über ihrem Haupte sein;

Freude und Wonne werden sie ergreifen,

und Schmerz und Seufzen wird weg müssen.

 

Herr, lehre doch mich,

daß ein Ende mit mir haben muß.

und mein Leben ein Ziel hat,

und ich davon muß.

Siehe, meine Tage sind

einer Hand breit vor Dir,

und mein Leben ist wie nichts vor Dir.

 

Ach wie gar nichts sind alle Menschen,

die doch so sicher leben.

Sie gehen daher wie ein Schemen

und machen ihnen viel vergebliche Unruhe;

sie sammeln und wissen nicht,

wer es kriegen wird.

Nun Herr, wes soll ich mich trösten?

 

Ich hoffe auf Dich.

 

Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand

und keine Qual rühret sie an.

 

[Mäßig bewegt. Es-Dur, 3/4]

Wie lieblich sind Deine Wohnungen,

Herr Zebaoth!

Meine Seele verlanget und sehnet sich

nach den Vorhöfen des Herrn;

Mein Leib und Seele freuen sich

in dem lebendigen Gott.

Wohl denen, die in Deinem Hause wohnen,

die loben Dich immerdar.

 

Ihr habt nun Traurigkeit;

aber ich will euch wiedersehen,

und euer Herz soll sich freuen,

und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

Ich will euch trösten,

wie einen seine Mutter tröstet.

 

Sehet mich an: Ich habe eine kleine Zeit

Mühe und Arbeit gehabt

und habe großen Trost gefunden.

 

Denn wir haben hie keine bleibende Statt,

sondern die zukünftige suchen wir.

 

Siehe, ich sage Euch ein Geheimnis:

Wir werden nicht alle entschlafen,

wir werden aber alle verwandelt werden;

und dasselbige plötzlich in einem Augenblick,

zu der Zeit der letzten Posaune.

 

Denn es wird die Posaune schallen

und die Toten werden auferstehen unverweslich;

und wir werden verwandelt werden.

Dann wird erfüllet werden das Wort,

das geschrieben steht.

Der Tod ist verschlungen in den Sieg.

Tod, wo ist dein Stachel?

Hölle, wo ist dein Sieg?

 

Herr, Du bist würdig

zu nehmen Preis und Ehre und Kraft,

denn Du hast alle Dinge erschaffen,

und durch Deinen Willen haben sie das Wesen

und sind geschaffen.

 

Selig sind die Toten,

die in dem Herrn sterben,

von nun an.

Ja, der Geist spricht,

daß sie ruhen von ihrer Arbeit;

denn ihre Werke folgen ihnen nach.

Sonntag, 14. Juni 2009

BHs, B-Stars, Ballermann

 "WETTEN, DASS..?" AUF MALLORCA
Otto Waalkes poussierte mit mehreren Schönheiten, das Publikum bejubelte sich selbst, und Thomas Gottschalk verlor fast die Kontrolle: Die Sommerausgabe von "Wetten, dass..?" wirkte verzweifelt-enthemmt wie ein gemeinsamer Opel-Karstadt-Betriebsausflug. Motto: Jetzt geht's lohooos.
 
Gegen halb elf war das Publikum auf den Rängen nicht mehr zu halten. Unten in der Stierkampfarena von Palma de Mallorca bemühte sich Thomas Gottschalk gerade um einen letzten Small Talk mit seinen Ersatzgästen Wayne Carpendale und Hardy Krüger jr., als die Stimmung ohne sein Zutun explodierte.

Die Leute klatschten, jubelten und organisierten sich kurzerhand ihre eigene La-Ola-Welle, befeuert von Komiker Otto Waalkes, der schon den ganzen Abend in Champagnerlaune die Damen auf Gottschalks Gästesofa bezirzt hatte und auch viel lieber Krach machen wollte anstatt irgendwelchem Geplauder zuzuhören.
 
Na gut, also: La Ola. Und dann noch eine Runde. Und noch eine Runde.
 
Es war der Moment, in dem Thomas Gottschalk zum ersten Mal seit langem in seiner Show nicht so recht weiter wusste: "Was sollen denn die Nachbarn denken?", versuchte er die Leute zu beruhigen. Und: "Pssst! Die Spanier schlafen!"
 
Aber für ein, zwei Minuten war da einfach nichts zu machen. Das Publikum johlte wie eine Horde Erstklässler auf dem Kindergeburtstag, die vom vielen Naschen so auf Zucker sind, dass sie sich gar nicht mehr beruhigen lassen, nicht mal durch ein neutralisierendes Würstchenschnappen oder eine Schnitzeljagd ans andere Ende der Stadt. "Beinahe wäre mir die Veranstaltung entglitten", scherzte Gottschalk wenig später.
 
Die Stimmung daheim ist mies
 
Aber was hätten die eigens für die Show eingeflogenen Zuschauer auch tun sollen? Am nächsten Tag sollte es für die meisten wieder zurück in die Heimat gehen, die Heimat, in der vielleicht bald Karstädte geschlossen werden und ein Automobilkonzern Milliardensubventionen braucht, um weiter die Wagen herzustellen, die bisher schon keiner gekauft hat.
 
Die Stimmung daheim ist also mies. Weil die Deutschen aber nicht nur ein tief unzufriedenes, sondern zugleich auch ein ausgesprochen freundliches Volk sind, fahren sie in der Krise zum Feiern halt ins Ausland. Aus Respekt vor den Daheimgebliebenen, die nicht in ihrer Untergangsstimmung gestört werden sollen.
 
Thomas Gottschalk hat das natürlich durchschaut - und sich bei seinem Sommer-"Wetten, dass..?" aus Mallorca den ganzen Abend jeglichen Scherz über die aktuelle Situation verkniffen. Allein daran ist schon zu erkennen, wie ernst es um unser Land steht.
 
Okay, ein Aufmarsch der ganz großen Stars war's diesmal nicht. Und Modeldarstellerin Naomi Campell hat das ZDF ganz kurzfristig sogar wieder ausgeladen, weil sie nach einer Dreiviertelstunde wieder verschwinden wollte. "Da hab ich gesagt: Komm, bleib ganz zu Hause", erklärte Gottschalk unter tosendem Beifall des Publikums.
 
Michelles Alptraum
 
Dafür war "Germany's Next Topmodel" Sara Nuru zum ersten Mal in einer großen Show zu Gast und stellte sich beim Plaudern, Händeschütteln und Kandidatenbegrüßen so geschickt an, als machte sie das schon seit Jahren - während Michelle Hunziker in der Arena einen einzigen Alptraum durchlitt.
 
Zu Beginn der Sendung hatte sie mit Gottschalk noch gut gelaunt über ihre Sendung gesprochen, die sie fürs italienische Fernsehen moderiert, und Silvio Berlusconi "ein bisschen impulsiv, aber einen netten Typen" genannt. Als sie aber erfuhr, dass man sie als Wetteinsatz in einem kleinen Becken Synchronschwimmen lassen wollte, versteinerte Hunzikers Lächeln.
 
Schwimmen? Im Nassen? Mit einem Badeanzug, den sie sich nicht selbst herausgesucht hatte? Himmel, hilf!
 
"Das ist gemein", heulte sie und wehrte sich so sehr, dass das Publikum sich gezwungen sah, sie gleich zweimal mit sehr eindeutigen Buhrufen zurechtzuweisen. Aber auch das reichte dann gerade mal für einen kleinen Beckenhüpfer. Ein bisschen seltsam für eine Frau, die in Deutschland Dreiviertel ihrer Bekanntheit daraus bezieht, dass sie sich im Urlaub am Strand halbnackt von Paparazzi fotografieren lässt.
 
Die Wetten
 
Mit den Wetten war das diesmal so eine Sache: Ein Medizinstudent knüpfte 25 Damen mit Essstäbchen den BH auf, ein tanzender Zyprer wollte 25 Gläser auf seinem Kopf stapeln, und die tollsten Bilder lieferten zwei Turner, die von einem Trampolin aus sechs Meter durch die Luft sprangen, um einen Basketball im Korb zu versenken.
 
Aber es ist halt immer öfter so, dass die Erklärungen länger brauchen als die eigentliche Wette - wie bei der Chinesin, die 280 Hula-Hoop-Reifen 15 Sekunden lang um ihren Körper kreisen ließ. Und dem Radlader-Fahrer, der sein Riesenfahrzeug auf der Vorderachse ausbalancierte, um mit der hinteren eine kleine Pyro-Show zu entzünden.
 
Dabei war dieses "Wetten, dass..?" tatsächlich etwas Besonderes: Erstmals verzichtete der Sender darauf, eine einzige große Bühne in die Arena zu bauen und das Publikum davor zu setzen - stattdessen wurde die gesamte Fläche genutzt, es gab drei kleinere Bühnen und das Gästesofa stand direkt vor den Zuschauern.
 
Gottschalk, Meister der Interaktion
 
Das war vielleicht nicht so imposant wie in den Vorjahren, aber eine angenehme Abwechslung - genau wie die Idee, die Gläserwette im Zuschauerraum zu veranstalten. In der direkten Interaktion mit seinem Publikum ist Gottschalk immer noch der Größte. Um Platz zu schaffen, sortierte er kurz die Plätze um, verteilte verlorene Armbanduhren, sorgte sich um den Sonnenbrand mehrerer Gäste und trug einer Dame ihr Frikadellenbrötchen nach.
 
Dass er in seinem weißen Anzug mit dem traditionellen Sommer-Fünf-Tage-Bart und den fast lockenfreien gegelten Haaren den Rest der Sendung einen leicht irritierten Eindruck machte, weil ständig die Stichwortkärtchen verschwanden, war zumindest vor dem Fernseher ganz amüsant.
 
Mit einstündiger Verspätung hatten sich dann endlich auch vorne auf der Couch alle gegenseitig gesagt, wie "blendend" sie aussehen, und wahrscheinlich muss man froh sein, dass im letzten Moment nicht noch Mark Medlock mit einem neuen Sommerhit auftauchte, bevor Gottschalk sich mit seinem Anti-Krisengipfel in die Nacht verabschiedete.
 
Das "heute journal" zeigte im Anschluss die Bilder der Straßenunruhen in Iran, und wie Polizisten auf Demonstranten einprügelten. Da war La Ola schon wieder sehr, sehr weit weg.
 
© SPIEGEL ONLINE 2009

Dienstag, 9. Juni 2009

Die Kassler Berge

OLDTIMER-BERGRENNEN IN KASSEL
Die Kassler Berge - ein Autobahnabschnitt der A7 - sind berüchtigt für die so genannte Elefantenrennen der Lkw. Es gibt aber auch richtigen Motorsport dort. Alle zwei Jahre findet ein Oldtimer-Bergrennen im Park Wilhelmshöhe statt. Jetzt ist es wieder soweit.
 
Dies ist der größte Bergpark Europas und ein heißer Kandidat für einen Platz auf der Unesco-Weltkulturerben-Liste. Früher stand der grüne Hügel am Fuß des Kasseler Herkules weniger für Ruhe und Beschaulichkeit, als für röhrende Motoren, quietschende Reifen und Raserei. Denn lange bevor die internationale PS-Elite ihre Meisterschaften auf der Avus in Berlin oder dem Nürburgring ausfuhr, jagte sie beim Bergpreis von Kassel dem Herkules entgegen. Von 1923 bis 1927 starte hier Alles, was Rang und Namen hatte: Rudolf Caracciola, Karl Kappler, Carl Jörns und Fritz Rosenberger waren die Stars auf der bis zu 18 Prozent steile Stichstrecke. Erst als die Zuschauer mehr zu Rundstreckenrennen pilgerten, kehrte im Bergpark Wilhelmshöhe Ruhe ein.
 
"Nach dem Krieg wurde das Bergrennen zwischen 1951 und 1954 noch einmal als Motorradveranstaltung aufgelegt", erinnert sich Motorsport-Enthusiast Heinz Jordan. Und immerhin habe der damalige Mercedes-Sportchef Alfred Neubauer die da schon im Kreis geführte Strecke damals mit drei 300 SLR getestet, ob sie nicht doch für Autorennen taugt. "Aber die nötigen Umbauten waren der Stadt wohl zu teuer. Und als dann auch noch die Bundesgartenschau in den Bergpark kam, war es mit dem Rennen endgültig vorbei."
 
Doch mehr als 50 Jahre nach dem Abwinken des letzten Rennens haben Privatleute um Heinz Jordan eine Neuauflage durchgeboxt und im Jahr 2005 zum ersten Mal wieder die Startflagge geschwungen. "Da kamen 20.000 Zuschauer an der Strecke", erinnert sich der Initiator. 2007 waren es schon 50.000 Gäste, und wenn an diesem Wochenende die 60 Oldtimer und 30 historischen Motorräder genug Fans locken, könnte der Bergpreis zum bestbesuchten Oldtimerrennen der Republik werden, sagt Jordan stolz.
 
Am liebsten sind den Organisatoren alte Originalautos
 
Zwar dürfen im Prinzip alle Autos mitfahren, die älter als 30 Jahre sind. "Doch wir sortieren das Starterfeld schon", räumt Jordan ein. "Und wir schauen, dass immer auch Originalautos von damals dabei sind." Im Mittelpunkt des diesjährigen Rennens steht die Marke Bugatti, die 2009 ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Aus diesem Grund, und weil Kassel über die französische Partnerstadt Mulhouse gute Kontakte in die Bugatti-Heimat Elsass hat, konnten die Initiatoren ein knappes Dutzend PS-Pretiosen aus der legendären Sammlung Schlumpf loseisen und diese in der Documenta-Halle präsentieren.
 
"Das kostete viel Überredungskunst und ist eine kleine Sensation", sagt Jordan, "denn in den letzten 50 Jahren haben diese Autos das Museum nie verlassen. Und die allermeisten sind sogar Prototypen und damit Einzelstücke." Kein Wunder, dass Jordan den Wert der Exponate im zweistelligen Millionenbereich taxiert.
 
Noch bis zum Donnerstag stehen unterhalb des Friedrichplatzes eine Reihe der rarsten Renner aus der an Edel-Fahrzeugen ohnehin nicht armen Bugatti-Geschichte. Der geniale Konstrukteur Ettore Bugatti baute nach seinem Rauswurf bei Deutz in Köln bis zum Zweiten Weltkrieg nicht einmal 8000 Autos, doch viele von diesen gehören heute zu den edelsten Oldtimern der Welt.
 
Bugatti-Raritäten für Kenner und Genießer
 
Unter den Kasseler Schaustücken sind unter anderem der wunderschöne Typ 64 von 1939, mit dem Ettores Sohn Jean noch kurz vor seinem tödlichen Unfall bei einer Testfahrt unterwegs war. Außerdem ein 1936er Cabrio vom Typ 50, das Reifen-Magnat Pierre Michelin mit dunkelblauer Karosserie und hell abgesetzter Motorhaube bestellte, sowie, als ältestes Auto der Schau, ein offener Typ 23 mit Holzkarosserie aus dem Jahr 1914.
 
Ein aktueller Veyron ist natürlich auch ausgestellt. Zwar hat er bis auf den Namen und den hufeisenförmigen Kühlergrill so gar nichts mehr gemein mit den Klassikern, doch ist es diesem Modell und dem Engagement von VW-Patriarch Ferdinand Piech zu verdanken, dass die Marke überhaupt wieder in Erinnerung gerufen wurde. Denn die Wiederbelebungsversuche des italienischen industriellen Romano Artioli mit dem EB 110 in den achtziger und neunziger Jahren gingen gründlich daneben.
 
Für den Veyron ist die Strecke wohl nicht zu schaffen
 
1001 PS stark, 406 km/h schnell und 1,19 Millionen Euro teuer, stellt der aktuelle Supersportwagen die Oldtimer in diesen Papierkategorien in den Schatten. Doch während die allermeisten Klassiker der Bugatti-Ausstellung am Wochenende auch beim Bergrennen an den Start gehen, hat der Bolide der Neuzeit vermutlich Stubenarrest. "Wir wissen noch nicht, ob er die Strecke schafft", sagt Jordan mit Blick auf die engen und bisweilen holprigen Wege am Fuße des Herkules. Die alten Bugatti dagegen dürften mit großen Rädern und mehr Bodenfreiheit als manch aktueller Geländewagen mühelos durch die Serpentinen zum Gipfel stürmen.
 
Für die meisten von ihnen ist der etwa vier Kilometer lange Rundkurs im idyllischen Park buchstäblich Neuland. Doch der weiße Bugatti Typ 35 mit der Startnummer 26 hat hier quasi ein Heimspiel: Mit dem 140 PS starken und 215 km/h schnellen Roadster hat Vorkriegs-Schumi Karl Kappler das Rennen des Jahres 1927 gewonnen.
 
 
© SPIEGEL ONLINE 2009

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